HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP)

 

 

Was ist PreP?

PreP ist die Abkürzung für Prä-Expositions-Prophylaxe. Dabei nehmen HIV-negative Menschen antiviral wirksame Substanzen ein, um eine Infektion mit HIV zu verhindern. Die PreP schützt nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten. 

Die Kombination aus Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil ist hierzulande zur PreP bei Erwachsenen mit hohem HIV-Risiko zusammen mit Safer-Sex-Praktiken zugelassen. Da es sich um keine therapeutische, sondern eine präventive Intervention handelt, wird die PrEP in Deutschland bislang nicht von den Krankenkassen übernommen und muss von interessierten Personen selbst bezahlt werden. Dazu ist die ärtzliche Verordnung auf einem Privatrezept nötig. 

Von einem illegalen Bezug der Medikament über das Internet, bei fraglicher Qualität und ohne angemessene ärztliche Aufklärung und Begleitung ist dringend abzuraten. 

Seit Juli 2017 ist die PrEP in Deutschland auch als Generikum (Mittel mit den gleichen Wirkstoffen) wesentlich günstiger verfügbar. Im Rahmen eines Pilotproektes gibt es die Möglichkeit, die PrEP über auf HIV-Patienten spezialisierte Apotheken in individuell für jeden Patienten verblisterten Tielmengen und ausschließlich nach ärtzlicher Verordnung kostengünstig zu beziehen. So auch hier bei uns in der Kurfürsten-Apotheke.

Für wen ist die PrEP geeignet?

  • Die PrEP eignet sich für HIV-negative Erwachsene 
  • mit erhöhtem Risiko für eine Ansteckung mit HIV
  • ohne Nierenfunktionsstörung
  • bei denen zuvor eine Hepatitis-B-Infektion ausgeschlossen wurde
  •  denen eine regelmäßige Tabletteneinnahme keine Probleme bereitet
  • die zu einer regelmäßigen Kontrolle ihrer Nierenwerte, HIV-Status und Test auf andere sexuell übertragbare Krankheiten bereit sind

Außerdem sollten Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker über Wechselwirkungen mit Medikamenten, die Sie zusätzlich einnehmen, informieren. 

Wie wirksam ist die PrEP?

Studien haben gezeigt: wenn homosexuelle Männer, bei denen die genannten Voraussetzungen vorliegen, täglich eine PrEP-Tablette einnehmen, sind sie zuverlässig vor HIV geschützt. Entscheidend für die Schutzwirkung ist die regelämäßige Einnahme. Auch eine Ansteckung mit PrEP-resistenten HIV-Stämmen ist grundsätzlich möglich, aber sehr unwahrscheinlich.

 

Wie nehme ich die PrEP?

Die empfohlene Dosis für die PrEP ist die regelmäßige Einnahme von einer Tablette täglich in Kombination mit Safer-Sex-Praktiken.

Vor dem Start der PrEP sollten Sie einen Arzt mit Erfahrung in der HIV-Therapie kontaktieren. Hier werden vorab einige Tests durchgeführt. 

  • ein HIV-Test, um sicherzugehen, dass Sie nicht infiziert sind
  • ein Nierenfunktionstest
  • ein Test auf Hepatitis B und C
  • ein Test auf andere sexuell übertragbare Krankheiten

Außerdem sollten Sie sich regelmäßig (mindestens alle 3 Monate) auf HIV testen sowie Ihre Nierenfunktion überprüfen lassen.

Übrigens: seit kurzem können Sie HIV-Selbsttests auch bei uns in der Apotheke erwerben

 

Wie bekommt man eine PrEP?

Auf Kassenrezept verschreiben lassen kann man sich die PrEP bei Ärzt_innen, die sich mit der Behandlung von HIV-Patient_innen und/oder mit der PrEP auskennen.

HIV-Schwerpunktärzt_innen findet man zum Beispiel auf der Seite der dagnä, erfahrene PrEP-Begleiter_innen auch auf prep.jetzt.

Die Ärzt_innen führen zunächst ein Beratungsgespräch zur HIV-PrEP und anderen Methoden zum Schutz vor HIV beim Sex. Wenn ein erhöhtes („substanzielles“) HIV-Risiko vorliegt, können sie die PrEP verschreiben.

Die Kosten für die PrEP-Medikamente und die Untersuchungen werden dann von den gesetzlichen Krankenkassen für Menschen ab 16 Jahren übernommen. Bezahlen muss man für das Medikament nur den üblichen gesetzlichen Eigenanteil (derzeit 10 Euro bei einer 3-Monats-Packung).

Die privaten Krankenkassen haben eigene Regelungen. Nachfragen lohnt sich.

 

 

 

 

 

 

 

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